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Verschiedenen Spiel-, Effekt- und Ornament- techniken

1. Spieltechniken

1/a Melodiespiel

Es gibt zwei Möglichkeiten des Melodiespiels:

1/a1.    "Pfeifmund" - Ansatz (Lipping)

Bei dieser Technik wird ein Einzelton mit gespitztem Mund erzeugt, ähnlich der Lippenstellung, die man beim Pfeifen benutzt. Es wird immer nur ein Tonkanal angespielt. Zu beachten ist, dass man die Töne nicht abquetscht - dies gilt besonders für die Ziehtöne. Das "Saugen" soll unbedingt vermieden werden, da sonst die Luft nicht frei fließen kann, und die Töne nicht schön klingen können. Am besten ist, wenn man lernt, beim Spiel das Zwerchfell einzusetzen. Versuchen Sie "durch die Mundharmonika zu atmen".  (Bei Akkord nicht sinnvoll)

1/a2.    Zungen - Ansatz (Tongue-Blocking)

Bei dieser Technik werden 3 bis 4 Kanäle mit den Lippen umschlossen. Dabei deckt die Zunge wiederum alle Kanäle - bis auf den ganz rechts liegenden - ab. Daher auch der Name Tongue-Blocking. Diese Technik ist nicht ganz einfach, sie bildet aber die Grundlage für die Kombination von Melodiespiel und Akkord-Begleitung.

1/a3.    Zungen - Ansatz (Tongue-Splitting)

Bei dieser Technik werden 3 bis 4 Kanäle mit den Lippen umschlossen. Dabei deckt die Zunge wiederum einen oder zwei Kanäle in der Mitte ab. Man bekommt so Oktaven oder entsprechend neue variierte Akkorde.

1/b.     Akkordbegleitung

Bei der Akkordbegleitung werden mehrere Kanäle mit den Lippen umschlossen und angespielt. Um einen exakten Ton zu artikulieren, tippt die Zunge auf den Kanzellenkörper. Sollen weiche, ineinanderfließende Akkorde gespielt werden, wird die Zunge gegen den oberen Gaumen getippt oder so gut wie garnicht bewegt.

Geblasene Akkorde

Bläst man durch mindestens 3 aneinanderliegende Kanzellen gleichzeitig, ertönt immer ein C-Dur Akkord: C    (C E G).

Gezogene Akkorde

Zieht man an Kanzelle 1-4 gleichzeitig, so ertönt der Dur-Akkord:        G7   (D G H (D))

Zieht man an Kanzelle 3-5 gleichzeitig, so ertönt der verminderte Akkord: H°   (H D F)

Zieht man an Kanzelle 4-6 gleichzeitig, so ertönt ein Moll Akkord:      

Dm   (D F A)

1/b1.    Kombination von Zungenblocken (Tongue Blocking)      und Akkordbegleitung

Die beiden letztgenannten Techniken lassen sich, wie schon erwähnt, miteinander kombinieren. Die Ausgangsposition ist die, wie ich sie in Punkt 4.1.2. (Tongue-Blocking) beschrieben habe, also 3 Kanäle bleiben beim erklingen der Melodie von der Zunge (meist) abgedeckt. Und da wo es sich realisieren läßt, wird die Zunge kurz zurückgezogen und wieder aufgetippt. Für diese Technik ist etwas Übung und Geduld nötig. Vor allem aber muss man Ausprobieren, wie sie sich am besten anwenden läßt.

1/c.     Bending (Zieh- und Blas-Bending)

Die wohl interessantesten Spieltechniken auf der Mundharmonika sind das Bending (Zieh-/Blasbending) und das Überblasen (Overblow/Overdraw). Wichtig zu wissen ist: Diese Techniken funktionieren nur auf nichtgeteiltkanaligen Harps! Also nur auf Mundharmonikas, bei denen sich Blas- und Ziehstimmzunge in einem Kanal gegenüberliegen, und sich somit gegenseitig beeinflussen können. Das sind vorwiegend die Richterharps. Um ein Bending zu spielen verändert man die Form bzw. Stellung der Zunge und des Rachenraumes. Übungen mit denen man schnell und unkompliziert  Bendingtöne erzeugen kann findet man in Perry Letsch's Lehrbüchern für die Mundharmonika  "Mundharmonik spielen mein schönstes Hobby und Blues Harp"Viele Mundharmonikaspieler spielen Bendings ohne es zu wissen. Dies sind vorwiegend Ziehbendings in den unteren Kanälen, die relativ einfach zu erzeugen sind. Interessant zu wissen ist übrigens auch, dass das Intervall zwischen Blas- und Ziehton die Anzahl der erzeugbaren Bendings bestimmt: z.B. im 3. Kanal einer C-Dur Harp haben wir G auf Blasen und H auf Ziehen. Dazwischen liegen G# - A - Bb. Und genau diese drei Töne lassen sich als Bendings spielen. Beachte dass B dem deutschen H entspricht !

Der Ton in Kanzelle fünf lässt sich nur um einen Viertelton herunter biegen - also kann es eher nur als ein Effekt dienen!

1/d.     Overblow / Overdraw(Überblasen / Überziehen)

Diese Technik ist der des Bendings ähnlich, aber sehr viel schwieriger zu realisieren. 1969 hat der amerikanische Harp-Spieler Howard Lewy herausgefunden, dass es möglich ist, außer den Bending-Tönen noch weitere Töne zu erzeugen. Das Interessanteste an dieser Entdeckung ist, dass es sich bei diesen Tönen genau um die wenigen noch zur Chromatik fehlenden Töne handelt.

2.   Effekt-Techniken

Während die zuvor genannten Techniken weniger als Effekt, sondern vorwiegend zur Erweiterung des "Tonmaterials" dienen, handelt es sich bei den folgenden Techniken wirklich um Effekte zur Formung bzw. Verschönerung des Tones.

 Harp-Spieler haben (vor allem beim Spielen vieler Bending-Töne) dasselbe "Problem" wie z.B. Streicher. Töne, deren Tonhöhe vom Instrument nicht eindeutig vorgegeben sind, klingen ohne Vibrato nicht korrekt - gespielte Scalen hören sich "schief" an. Wenn Kinder das Geigespielen lernen klingt das immer etwas "katzenjammerig", weil sie noch kein Vibrato / Tremolo spielen können

2/a    Vibrato was ist das?

Beim Vibrato wird der eigentliche Ton in einem bestimmten Tempo nach oben bzw. unten verändert. Streicher "schwingen" mit dem gedrückten Finger auf der Seite hin und her. Dadurch, dass der Ton keine ganz exakte Tonhöhe hat, klingt die Melodie durch das Vibrato trotzdem richtig. Das Spiel wird außerdem auch viel lebendiger. 

Mundharmonikaspieler benutzen folgende Techniken:

2/a1     Handvibrato

Das Handvibrato erzielt man durch leichtes, rhythmisches "Kippeln" der Harp mit der Hand, die die Harp festhält. Dabei bleiben die Lippen am Instrument, so dass der Ton nicht abreißt. Es eignet sich sehr gut für langsame und leisere Passagen.

2/a2     Bending- oder Zungenvibrato. Einziges echtes Vibrato

Das Bending- Zungenvibrato funktioniert bei den Kanzellen 1- 6 nur beim Ziehen und bei 7-10 nur beim Blasen der Töne. Während des Einatmens bildet man eine rhythmische Reihenfolge von stimmlosen "joi-joi-joi-joi"s, wobei die Töne dann rhythmisch nach unten gebogen werden.

2/a3     Kehlkopfvibrato

Das Kehlkopfvibrato während des Einatmens bildet man eine rhythmische Reihenfolge von weichen, stimmlosen "H"s. Bis das gleichmäßig und im richtigen Rhythmus klappt, muss man dies ein Weilchen üben. Aber diesen Effekt einzusetzen lohnt sich wirklich.

2/a4     Zwerchfellvibrato

Noch etwas schwerer zu erlernen ist das Zwerchfellvibrato. Die Sänger benutzen es, besonders in der Klassik. Es wird durch leichtes Anspannen und Lockern des Zwerchfells erreicht.

2/b    Tremolo(Zittern) was bedeutet das?

Beim Tremolo handelt es sich nicht um eine Veränderung der Tonhöhe, sondern genau genommen um die schnelle Wiederholung desselben Tones. Tremolo-Effekte werden in der Musik aber auf unterschiedliche Art und Weise erzeugt: -Auf- und abschwellende Lautstärke eines Tones -staccatoartige, gleichmäßige Wiederholung (Ab- und Aufstrich bei Streichern) oder -Wirbel bei Schlaginstrumenten

2/b1   Tremolo bei der Mundharmonika

Beim Harpspiel benutzt man die "freie" Hand, also die Hand, die nicht die Harp festhält, um den mit ihr gebildeten Resonanzraum zu öffnen und zu schließen.

2/b2   Zungentremolo

Zungentremolo funktioniert bei den Kanzellen 1- 6 nur beim Blasen und bei 7-10 nur beim Ziehen der Töne. Während des Aus- bzw. Einatmens bildet man eine rhythmische Reihenfolge von stimmlosen "joi-joi-joi-joi"s, wobei die Töne dann rhythmisch die Tonfärbung verändern

2/b3   Ein Paar Worte zum “gebunden Spielen”.

Töne miteinander zu verbinden, ist bei der Mundharmonika in manchen Situationen technisch nicht wirklich machbar, da beim Springen zwischen entfernten Kanzellen, zwangsweise eine Unterbrechung zwischen den Tönen entsteht, die sich auch nicht verhindern oder umgehen lässt. Beim Schieben, direkt von Kanzelle zu Kanzelle, lässt sich durch geschicktes Luftmanagement, das heißt, wenn man von Loch zu Loch einfach den Luftstrom (beim Ein- oder Ausatmen) nicht abreißen lässt, (also durchgehend bläst / saugt), ein gebundenes Spiel erreichen. Die Töne werden zusammenhängend gespielt und gehört. Das geht bei weiter auseinander liegenden Kanzellen und beim Wechsel der Blas-Richtung nicht, hier entsteht unvermeidlich eine kleine Unterbrechung, die halt leider vom Zuhörer gut wargenommen wird. 

Wie kann man das kaschieren?

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Eine mögliche Vorgehensweise ist, so mit der Lautstärke zu variieren das man den Ton vor dem Wechsel der Kanzelle bzw. der Blasrichtung leiser werden lässt, fast bis zum Ausklingen, geschätzte Werte seht ihr in der Tabelle oben, und den nächsten Ton wieder Anschwellen lässt. Man erreicht so weiche Wechsel die nicht staccatomäßig klingen.

3    Ornamente

3/a1   Triller

Triller entstehen durch schnelles wechseln zwischen zwei benachbarten Kanzellen. Besonders gut klingen die Kanzellen 2↓ & 3↓, 3↓ & 4↓, 4↓ & 5↓, 5↓ & 6↓, auch in Kombination mit Bending. Triller peppen jedes Solo auf.

3/a2   Slide "Schleifer"

Slide nennt man das Hinein- oder Heraus rutschen in/aus einen/m Ton (von/nach oben oder unten). Beim "Glisando- Slide" rutscht man "bendet" von einem benachbarten Ausgangston in der gleichen Kanzelle zum Zielton. Die zweite Möglichkeiten, man rutscht über mehrere Kanzellen von oben oder unten schnell zur Zielkanzelle

3/a3   didlie- didlie

wie man es spricht. Beim Einatmen oder Ausatmen lautlos die Silbe didl-didl-didl-didlie, oder didli-didil-didli-didlie aneinander reihen. Dies ergibt eine schnelle Wiederholung immer des selben Tons. Dieses Ornament kann auch zusammen mit der Akkordbegleitung eingesetzt werden. 

3/a4   Buzz, Growling, (Schnurren oder Knurren)

beim Growling, wird das Gaumensegel beim Ein- oder Ausatmen  zum Schwingen-Vibrieren gebracht, (ähnlich wie beim Schnarchen), es entsteht ein schnurrender Ton bzw. auch Akkord.  Dieses Ornament wurde von Jerry Adler gerne eingesetzt um bestimmte Stimmungen anzudeuten. Je nach Ausführung führ  Wohlfühlen, Schmeicheln wie ein Kätzchen , oder als Knurren für  Schimpfen etwas fordern.

3/a5   Tongue flaping

ein Effekt, wird manchmal zum Abschluss einer Melodie benutzt. Die Zunge wird beim Zungenschlenker mehrmals von der einen Seite der mehrere Kanäle umfassenden Lippen hin und her bewegt Sie liegt dabei am Kanzellenkörper an.

 

 

 

 

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